Dienstag, 29. Dezember 2009

Jule


Titel: Jul
Datum: Sonntag, 20. Dezember 2009
Uhrzeit: Ganztägig
Wiederholung: Dieses Ereignis wiederholt sich jedes Jahr.
Bemerkungen: Yule beginnt und endet 12 Tage später.

Raunächte, ZwölferNächte, Jul, Die Zeitlose Zeit, Woudeens Wilde Jagd unsw. Was könnte und müsste man dazu alles schreiben.
Ich will das mal dabei belassen, und meinen Blog für dieses Jahr abschließen.
Egal ob und was Ihr auch immer Feiert, sei es Weihnachten oder eben Jule - ich wünsche allen ein frohes Fest Nachträglich und einen guten Rutsch.

Sonntag, 13. Dezember 2009

Gute Zeiten - Schlechte Zeiten

Fangen wir mit den schlechten an:
Die Abrechnung zu den MieteNebenkosten sind mir ins Haus geflattert. Über 90,- meiner sauerverdienten Euros darf ich Nachzahlen.
Nächstes Jahr steigen die Nebenkosten bei mir um satte 28,00 Euro. Dazu kommen nochmal 10,00 Euros pro Monat mehr für die Stadtwerke.
Das alte Jahr ist noch nicht vorbei, da kündigt sich fürs nächste Jahr schon an - das es auch nicht besser wird.
Und das flattert mir auch noch Samstags ins Haus - Rabenschwarzes Wochenende also.

Doch wo Schatten ist - da ist auch Licht. Die gute Nachricht:
Die Weihnachtszeit scheint ein Fragment an Menschlichkeit mit sich zu bringen.
So heißt es in Wuppertal am Freitag den 18. Dezember: > Die Nacht der fantastischen Kerle <> www. dienachtderfantastischenkerle.de <
Auch wenn das, nachdem das Thema Männerrechte in der Öffentlichkeit debattiert wurde, ein bissel nach einer Alibi Aktion riecht, da nachwievor entsprechende Ämter für Männer und Jungen fehlen, macht das doch etwas Hoffnung für die Zukunft.

Und damit einen schönen dritten Advent Euch!

Dienstag, 8. Dezember 2009

Klimagipfel

Tja, nun habe ich erstmal zwei Tage Zwangsurlaub wegen Schlechtwetter. Und weil das ganze für mein Cheffchen und Cheffin/In ganz Überraschend kam, das es im Dezember hierzulande nicht immer das beste Gerüstwetter hat, das ganze also was mit dem Klimawandel zu tun haben muss, Zeit sich über das Klima mal Gedanken zu machen und diese hier für Euch zu Bloggen.
Unsere Politikers machen sich ja auch extra für uns die Arbeit, über den Klimawandel zu diskutieren. Und so findet denn dieser Tage im Land vonne Wikingers - da wo diese Katze herkommt -
(Süss nicht)
ein Klima Gipfel statt. Sogar Baracke Obama hält diesen für so wichtig, das er nach seinem hochverdienten Nobelpreis Empfang mal kurz da vorbei schaut.
Und wie immer wird mal wohl am eigentlichen Thema vorbeireden, und die Angst der Menschen mißbrauchen, um eigene Politische Ziele durchzubringen.

1.) Wird bei der ganzen Kiste nämlich vergessen, das wir so oder so eine Klimaveränderung bekommen werden. Die ganze Diskusion macht nämlich Glauben, weniger CO/2 und alles ist in Butter. Das mißbraucht man dann dazu um z.B. Geschwindigkeitsbegrenzung auf Autobahnen schmackhaft zu machen, während wir letzten endes auf den definitiv kommenden Klimawandel nicht vorbereitet sein werden.
2.) Gehen wichtige Themen zum Naturschutz unter. Das Abholzen der Wälder und zubetonieren von Naturflächen fällt mehr ins Gewicht, als der CO/2 Ausstoß. Hier in Wuppertal haben wir gerade Aktuell so eine Sache, wo sich ein gewisser Oberbürgermeister ein Denkmal mitten ins Grüne setzen will. Kleine Höhe heißt das Gelände das hier zerstört werden soll. Der Schaden an der Natur der hier entsteht, soviel kann keiner Auto fahren. Vom Wirtschaftlichen Unsinn mal ganz abgesehen.
3.) Ist und bleibt die Überbevölkerung der Erde das Hauptproblem an dem sich letztendlich alles Aufhängt. Auch die Klimaerwärmung. Solange das Problem nicht gelöst ist, ist alles andere hinfällig.

Klimaerwärmung und Internet - Ein paar nette Zahlen dazu:
>Eine Google Anfrage verbraucht so viel Strom wie eine Energiesparlampe in einer halben Stunde.
>Bis 2010 wird der Anteil des Internets am Stromverbrauch in Deutschland 6% betragen. Dafür sind 5 Kraftwerke a je 1000 Megawatt nötig.
>Der CO/2 Ausstoß des Internets entspricht dem des Weltflugverkehrs.

Wer sich dafür Interessiert, kann unter http://www.verbraucherfuersklima.de/ vorbeischauen.
Denn mittlerweile geben sich viele Unternehmen aus der Computerbranche einen ökologischen Anstrich. Die Verbraucherschutzzentralen wollen herausfinden wie Seriös das ganze ist.

Doch nehmen wir das ganze auch ein bissel mit Humor:

Sonntag, 6. Dezember 2009

Herbst Emotionen

Stand der Dinge

Das Licht geht aus
Alle gehen
Ich bleib zurück - Auf Wiedersehen
Ich zieh mein Resümee
Und beginne mit dem
Den ich im Spiegel seh

Alle reden
Doch sagen nichts
Keiner weiß wovon er spricht
In diesen Tagen sind offenbar
Die Sterne nicht zum Greifen nah;

Ich will hier raus - Ich will jetzt gehen
Schon alles gefühlt - schon alles gesehen

Der Stand der Dinge - Der Lauf der Zeit
Jetzt und in alle Ewigkeit
Die Spiegel werfen Stück für Stück - Jeden Tag dasselbe Bild zurück
Alles so wie es immer war
Tag für Tag
Jahr für Jahr
Nenn mir einen Ort - Nenn mir eine Zeit
Ich will es zurück - das Gefühl von Schwerelosigkeit.

Kalter seelenloser Regen
Es stinkt nach Tod
Mitten im Leben

Ich laufe
Doch ich komme nicht voran
Mein Herz treibt Mich zum Untergang


Ich will hier raus - Ich will jetzt gehen
Schon alles gefühlt - schon alles gesehen

Der Stand der Dinge - Der Lauf der Zeit
Jetzt und in alle Ewigkeit
Die Spiegel werfen Stück für Stück - Jeden Tag dasselbe Bild zurück
Alles so wie es immer war
Tag für Tag
Jahr für Jahr
Nenn mir einen Ort - Nenn mir eine Zeit
Ich will es zurück - das Gefühl von Schwerelosigkeit.

Text: S.Weidner/ böhse onkelz von dem Album: Dopamin

Mittwoch, 2. Dezember 2009

Uli und der Kaiser

Spieler, Trainer, Funktionär - seit über 50 Jahren wirkt Franz Beckenbauer in den verschiedensten Positionen beim FC Bayern München. Am vergangenen Freitagabend endete die „Kaiserzeit“ beim deutschen Rekordmeister. Nach 15 Jahren als Vereinspräsident wird sich die 64 Jahre alte Fußballlegende nicht mehr zur Wiederwahl stellen, Manager Uli Hoeneß ist ihm dann an die Spitze des größten deutschen Sportvereins nachgefolgt.
So ist nach 15 Jahren an der Spitze des FC Bayern Franz Beckenbauer am Freitagabend bei der Jahreshauptversammlung des Rekordmeisters als Vereinspräsident und Vorsitzender des Ausfichtsrates ausgeschieden. Das Ende einer weltweit wohl einzigartigen Ära, in der Beckenbauer über 50 Jahre als Spieler, Trainer oder Funktionär beim deutschen Rekordmeister wirkte.
„Wir haben also dann Altpapier und Alteisen gesammelt, um zu den paar Pfennigen zu kommen, die damals ein Lederball gekostet hat. Dann haben wir endlich diesen Ball gehabt. Wir haben natürlich jeden Tag Fußball gespielt. Jeden Tag durfte ein anderer den Ball mit nach Hause nehmen und musste ihn dann einfetten.“

Als Uli Hoeneß 1979 mit gerade einmal 27 Jahren seine Profi-Laufbahn vorzeitig beenden musste und die Nachfolge Robert Schwans als Manager des FC Bayern antrat, war wohl nicht abzusehen, dass er in seiner „zweiten Karriere“ noch viel erfolgreicher sein würde. Unter seiner Regie wurde der FC Bayern zu einer Weltmarke im Fußball, kaum ein anderer Verein kann den Münchnern in wirtschaftlicher Hinsicht das Wasser reichen. Nebenbei gewannen die Bayern in den letzten 30 Jahren stolze 36 Titel.
Wie kein Zweiter hat Uli Hoeneß in den letzten 30 Jahren die Entwicklung des FC Bayern geprägt, unter seiner Regie ist der Klub zur Weltmarke aufgestiegen. Und auch wenn er künftig als Vereinspräsident und Vorsitzender des Aufsichtsrates nicht mehr an vorderster Front wirken wird, ist eines sicher: „Uli Hoeneß wird nicht mehr ganz so aktiv sein wie bisher, aber er wird weitaus aktiver sein als ich es war“, sagte Vorgänger Beckenbauer und fügte an: „Ich glaube auch, das ist gut so für den FC Bayern."
Während die Konkurrenten mit abenteuerlichen Kreditgeschäften, phantastischen TV-Rechte-Einnahmen und dank einer für den Profisport gnädigen Steuerpolitik das Transfergeschäft und damit - wenn auch nicht immer - die Wettbewerbe beherrschten, handelte Uli Hoeneß nach dem einfachen, aber nachhaltigen Prinzip kaufmännischer Sorgfalt. Kompromisslos hat er sich an seine Regel gehalten, nicht mehr auszugeben als eingenommen wurde bzw. auf dem über die vielen Jahre gewachsenen Festgeldkonto zur Verfügung steht.
Als Ende der achtziger Jahre Merchandising das Zauberwort für Geldvermehrung in der Bundesliga wurde, war der FC Bayern schnell am Markt. Uli Hoeneß erkannte als Erster diesen Trend und schuf hierfür schnell die Strukturen. Es gab Bayern-Bettwäsche, Bayern-Handtücher, Bayern-Mode, Bayern-Parfum, etc. Heute führt die Merchandising Abteilung des FC Bayern mehr als 600 Artikel.
Als Verein machten die Bayern 1979 ca. zwölf Millionen Mark Umsatz, der größte Teil davon floss aus dem Verkauf der Eintrittskarten dazu. Mit dem Verkauf von Karl-Heinz Rummenigge an Inter Mailand 1984 für unglaubliche 10,5 Millionen Mark war der Verein schuldenfrei. Heute setzt das auch von Karl-Heinz Rummenigge geführte Fußball-Unternehmen FC Bayern München über 250 Millionen Euro um.
Inzwischen muss Uli Hoeneß regelmäßig vor Führungskräften der deutschen Wirtschaft erklären, wie das Geschäftsmodell FC Bayern München AG funktioniert, wie aus der Emotion und der Unberechenbarkeit des Spiels finanzielle Planungssicherheit und Gewinn entstehen können. Die Kunst ist, wie so oft, die Balance zu halten. Uli Hoeneß hat sehr früh erkannt und ausgesprochen, was in München, der olympischen Stadt mit der weltberühmten Stadionarchitektur, über Jahrzehnte ein Politikum war: Die Bayern, formulierte er 1989, brauchen ein eigenes Fußballstadion.
Die Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland, die auch dem Einsatz des Bayern-Präsidenten Franz Beckenbauer als OK-Chef der WM zu verdanken war, hat bei der Durchsetzung der Stadionpläne eine große Rolle gespielt. Mit der 2005 eingeweihten Allianz Arena lässt sich alles in Verbindung bringen, was das moderne Fußballmanagement, wie Uli Hoeneß es in Deutschland etabliert hat, prägt. Sie ist die angemessene Dienstleistung für den Zuschauer, die Sponsoren, das Fernsehen und auch für die Mannschaft.
Es gibt beim FC Bayern eine Regel, die Neuankömmlinge sehr schnell lernen. Die Regel lautet: Bei Problemen den Manager anrufen. Manche Spieler haben sich daran erinnert, nachdem sie ihren Wagen nachts in einen Graben gesteuert hatten. Andere suchten finanziellen Rat, und Uli Hoeneß hat regelmäßig geholfen, sodass sich auch in Not geratene Profis entschulden konnten.
Jeder, der beim FC Bayern arbeitet, schätzt seine menschliche Seite und niemand, der den FC Bayern verließ, hat schlecht über den Manager gesprochen. Wie kein anderer deutscher Verein hat der FC Bayern angeschlagene Klubs bei der Bewältigung finanzieller Schwierigkeiten und auch ganz allgemein karitative Ziele unterstützt. Der FC St. Pauli, der in der zweiten Bundesliga jetzt wieder so stark auftritt wie Jahre nicht mehr, hat von der Benefizspielbereitschaft der Bayern genauso profitiert wie der Mainzer Dom, für dessen Restaurierung die Bayern in Mainz antraten.

Uli Hoeneß hat die sportliche und wirtschaftliche Stärke immer auch als Verpflichtung verstanden. Er vertritt eine Art soziale Marktwirtschaft des Fußballs, die den Erfolg und die Entwicklung des eigenen Vereins in den Mittelpunkt stellt, die aber auch Rücksicht auf Schwächere nimmt, auf Menschen ganz allgemein, denen es nicht so gut ergangen ist im Leben.
Die Spendenbereitschaft ist inzwischen bekannt, sie soll nicht berühmt sein. Als ein Tsunami 2004 im Indischen Ozean eine Katastrophe auslöste, gab der FC Bayern fast eine halbe Million Euro für den Wiederaufbau zerstörter Gebiete und gründete 2005 auf Initiative des Vorstandes um Karl-Heinz Rummenigge den FC Bayern Hilfe e.V. Darin bündelt der Klub sein soziales Engagement, das auch die Förderung von Bildung und Erziehung umfasst.
Als in München ein Mann von Jugendlichen auf einem S-Bahnhof zu Tode getreten wurde, weil er Kinder schützen wollte, die sich bedroht fühlten, hielt Uli Hoeneß beim nächsten Heimspiel in der Allianz Arena eine kurze Rede. Er fand wenige, aber die richtigen Worte: Der Tote, Dominik Brunner, sei ein „Vorbild für Zivilcourage und praktizierte Nächstenliebe. Wir alle können in derartige Situationen kommen, und dann wären wir froh, wenn jemand wie er uns helfen würde.“ Als Reaktion auf den S-Bahn-Mord hat Hoeneß nun zusammen mit Politik, Polizei und Kirche die Initiative „Münchner Courage“ gegründet. Das Projekt will Bürger ermutigen, bei Gewalt nicht wegzusehen, sondern gemeinsam mit anderen Solidarität und Zivilcourage zu zeigen. Uli Hoeneß hat auf seinem Weg nach oben die meisten hinter sich gelassen, weggeschaut hat er deshalb nie.

Franz Beckenbauer bekommt ein Abschiedsspiel beim FC Bayern. Wie Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge bekanntgab, wird die Partie „gegen die berühmteste und erfolgreichste Mannschaft der Welt im August 2010“ in der Allianz Arena stattfinden: Real Madrid. Im Anschluss wird dann Beckenbauer mit einem großen Fest gebührend gefeiert und verabschiedet. Beim Blick in die Vereinshistorie sei ihm aufgefallen, dass Beckenbauer bei seinem Abschied und Transfer als Spieler 1977 vom FCB zu Cosmos New York „nicht gebührend und vor allem nicht FC Bayern like“ verabschiedet worden sei, erklärte Rummenigge. Dies wolle man nun nachholen und ihn auch mit über 32-jähriger Verspätung zum Ehrenspielführer des FC Bayern ernennen.


http://www.fcbayern.t-home.de

Sonntag, 29. November 2009

Von Bit's und Byte's und so ....

Zum ersten Advent beginnen wir mal mit ner juten Nachricht, woll.
>Musikindustrie abgeblitzt:
Nachdem die Novelle des Urheberrechts im Januar 2008 in Kraft getreten war, hatten die Musik Bonzen ihre Chance gewittert, die Privatkopien endlich abzuschaffen.
Dafür sind sie vors Bundesvefassungsgericht gegangen.
Doch Pech gehabt. Die Richter lenten die Klage ab.
Das heißt: Auch künftig dürfen die Kunden von Ihrem gekauften Eigentum in Form von Musik-CDs Privatkopien machen.

Auch Google hat auf die Beschwerden bezüglich des Datenschutzes reagiert, und einen neuen Dienst namens Dashboard online gebracht. Damit möchte der Online-Dienst mehr Tranzparenz bringen. Dumm nur, das der neue Dienst nicht im Ansatz den notwendigen Bedürfnissen gerecht wird. Hier ist noch einiges zu tun.
Die Sache hat dann aber doch einen Vorteil. Alle Google-Typ's die man hat, werden hier Übersichtlich zusammen gefasst.

Und da wir gerade bei Google sind, und man mir gesagt hat man braucht heutzutage unbedingt ein Google-Profil, und weil ich ja sowieso einen Acc. hier habe, habe ich mir dann auch ein Profil zugelegt. Über Sinn und Unsinn dessen lasse ich mal in den Raum gestellt.
Mein Google Profil.

Und da ich ja gerade bin dabei, mir im Internet ein Imperium aufzubauen, habe ich dann direkt noch was Sinn-taugliches kundzutun.
Mein Piraten Profil. Noch im Aufbau, aber et wächst.

Damit das alles dann auch schön klappt, habe ich mir dieser Tage Window's 7 geholt. Über den Sinn solches zu tun, besonders bei einem Preis von 200 der Euros, kann man sicherlich streiten. Noch 2-300 Euros draufgelegt, und man hat einen komplett neuen PC. Da meiner aber gerade mal ein Winter alt ist und mit Win.-Vista bestückt war, ist es jedenfalls nicht der größte Fehlkauf meines lebens gewesen.

Damit Euch allen einen schönen ersten Advent.

Donnerstag, 19. November 2009

Info

Es tut sich etwas in unserer Gesellschaft. Auch wenn die Täterrinnen mit am Tisch sitzen. Aber es ist ein Anfang.

kibs lädt ein zur Fachtagung zum Thema "Jungen als Opfer sexualisierter Gewalt" am 19. und 20. November 2009 in München.
Veranstalter der Fachtagung sind kibs, das Deutsche Jugendinstitut (DJI) und die Hochschule Landshut. Der Kinderschutz e.V. kann in diesem Jahr auf 10 Jahre kibs zurückblicken. kibs nutzt daher den Rahmen der Fachtagung auch, um mit den Tagungsteilnehmern am 19.11.2009 Geburtstag zu feiern.

Zielgruppe der zweitägigen Fachtagung sind Fachkräfte aus
Beratungsstellen, Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe
Diensten und Behörden
der offenen Kinder- und Jugendarbeit
der Kindertagesbetreuung und Schulen
dem Justiz- und Gesundheitswesen
Forschung, Lehre und Politik sowie Studierende
und alle Personen, die mit Kindern und Jugendlichen bzw. deren Eltern arbeiten.

Anmeldeadresse:
Kinderschutz e.V. Frühlingstraße 168, 5221 Dachau
Fax (08131) 332 06 33 Tel. (08131) 332 06 31

TagungsFlyer zum Download als PDF Datei.

kibs - Beratungsstelle hilft missbrauchten Jungen:
Tom war eigentlich immer ganz normal. Doch seit knapp einem Jahr ist alles anders. Tom wurde von einem Freund der Familie sexuell missbraucht. Seither hat er sich in seine eigene Welt zurückgezogen. Der Missbrauch kam zwar zur Anzeige. Die seelischen Verletzungen, die Tom durch die Tat zugefügt wurden, konnte das Gericht jedoch nicht behandeln. Rettungsanker in dieser emotionalen Notsituation ist kibs - die "Kontakt, Informations- und Beratungsstelle für männliche Opfer sexueller Gewalt". Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von kibs - sozialpädagogische, therapeutische und psychologische Fachkräfte - helfen Jungen, denen sexuelle Gewalt widerfahren ist. Sie helfen auch Tom und seiner Familie. Seine Eltern sehen erleichtert, dass der Junge langsam wieder Vertrauen aufbaut und sich seinen Betreuerinnen und Betreuern öffnen kann. Tom macht eine Musiktherapie und löst sich dabei zusehends. Durch die Musik kann er endlich wieder seine Gefühle zum Ausdruck bringen. Er traut sich, über seine Ängste, aber auch über seine Wünsche zu sprechen. Die Verarbeitung der traumatischen Erlebnisse wird für Tom noch lange dauern. Aber er ist auf einem guten Weg. Die Betreuung einer begrenzten Anzahl von Jungen, die Opfer sexueller Gewalt wurden, wird öffentlich bezuschusst. Um jedoch alle betroffenen Jungen und Familien, die Unterstützung suchen zu betreuen, sind wir dringend auf Spenden und Fördermitglieder angewiesen.
Link

Sonntag, 15. November 2009

TageBuch

Prolog:

Unerwarteter Besuch kam heuer in meine etwas unaufgeräumte Bude. Eine mittlerweile gute Bekannte, die ich seit ca. 2 1/2 Jahren kenne, und schon eine Zeitlang nicht mehr gesehen habe. Ich habe sie, Witwe (Verkehrsunfall) und Mutter eines jetzt 12jährigen Sohnes, damals im Zusammenhang mit der Tragödie um meinen Neffen kennengelernt - da Sie mit ihrem Sohnemann ein vergleichbares Problem hat. Da nun auch heuer die Beerdigung von Robert Enke war, wurde das Thema zwangsläufig angeschnitten. Sie hat da einen nachdenklichen Satz von sich gegeben, der die Situation dieser Tage klar zur Sache bringt.
" Wenn man einem Menschen der Profi Sportler ist, mit all den im Hintergrund gegebenen Möglichkeiten, nicht Helfen kann - wo soll ich dann Hilfe für mein Kind herbekommen?"
Sie erwähnte dann eine Aussage von unserer damaligen Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen im letzten Jahr, wo diese sagte: Für Jungen und Männer ist mein Ministerium nicht zuständig!
Auch in der Bewertung was das Verhalten von der Frau von Robert Enke angeht, hat sie mir recht gegeben, und diese Frau kann das mit Sicherheit Beurteilen.
Und sie hat nicht nur eine Schüssel Milchreis mit Erdbeeren mitgebracht, sie hatte auch noch das ein und andere im Gepäck.

1. Kapitel: MännerRevue

Einen Zeitungsbericht über eine gerade angelaufene Theater Show.


Wann ist ein Mann ein Mann? Eine Antwort auf diese Frage liefert jetzt die neue Revue "Männer" von Franz Wittenbrink. Nun geben die Männer mit ihren Liedern Einblicke in ihr Gefühlsleben. Sie besingen ihre Träume und Nöte, ihre Hoffnungen, Triumpfe und Illusionen.

Und wo ist der Mann noch wirklich Mann? Natürlich im Fussballstadion. Nach dem Spiel mag keiner so recht nach Hause gehen und so treffen hier auf einmal ganz verschiedene Typen Mann aufeinander, die sich im normalen Leben vielleicht nie begegnet wären.Lied um Lied lernen wir sie kennen, lernen sie sich kennen und lassen alles raus, was sie in ihrem Alltag unterdrücken. Das Stadion wird zum Spielplatz der Emotionen. Und davon hat der Mann jede Menge.
>>> Die Kiste läuft seit dem 30.Oktober 2009 im Atelier Unterkirchen, in Wuppertal. Infos: http://www.tic-theater.de/ <<<

2. Kapitel: Neue Bücher

Nun lese ich ja gerne, und so hat Silke (so heißt die Bekannte) aus einer Buchhandlung desweiteren ein aktuelles Taschenbuch Magazin mit Neuvorstellungen an Taschenbüchern mitgebracht. In diesem Magazin bin ich dann auf etwas Aufmerksam gemacht worden was ihr nennenswert erschien, und so haben wir dann mal eine Auflistung gemacht. Unter der Überschrift Ratgeber und Lebenshilfe hat es 83 Neuvorstellungen. Davon mindestens 12 Bücher die eindeutig als Geschlechtsbezogen Erkennbar sind. (Können natürlich mehr sein)
Von diesen 12 sind derer zweie für beide Geschlechter geschrieben, sie Autoren jeweils ein Mann und eine frau. EIN Buch ist nur für Männer, geschrieben von einem Mann. Der Rest, also neune der Bücher sind nur für Frauen. Wobei bei den meisten Büchern weibliche Autoren gegeben sind. Darunter fallen dann so nette Titel wie: Mach sie glücklich, Wann kommt endlich der blöde Prinz auf seinem dämlichen Gaul, Gebrauchsanweisung für Männer und einen Scheidungratgeber für Frauen. Und und und.
Lustig ist das ganze ja noch bei einem SexRatgeber von Frauen für Frauen, wo die Überall Hilfe brachen.
Nicht mehr so Lustig wird es dann bei dem Buch von Ulla Rahn, denn die hat den Vogel abgeschossen. Ihr Buch: "Welches Tier passt zu mir, ein Besuch im Männerzoo."
Ich kann mich noch daran Erinnern, als wir in der Schule über den Nationalsozialismus gesprochen haben, und uns Ausschnitte aus einem Nazi-Propaganda Film angesehen haben der hieß: " Der ewige Jude" hier wurden die Juden mit Ratten gleichgesetzt.
Menschen mit Tieren gleichzusetzen, und das wahrscheinlich auch noch lustig finden, dazu muss man schon eine sehr starke und selbstbewusste frau sein. Und nichts dagegen zu Unternehmen, sondern das ganze noch verharmlosen ist dann auch nicht besser. Wie muss ein solches Buch auf ein Kind wirken?

3. Kapitel: Leseprobe

Das Buch ist zwar schon etwas älter, passt aber wie die Faust auf's Auge.

'Eintritt frei für Männer'
Schwarze Schrift auf strahlend weißem Grund kündete davon, welche Art von Literatur sich auf gut zwanzig Regalmetern tummelte: Frauenliteratur. „Man wird nicht als Frau geboren“, „Das andere Geschlecht“ und ein „Manifest zur Vernichtung der Männer“ lauerten auf Käufer, vornehmlich allerdings auf Käuferinnen.
Tim Hansen verzog den Mund, denn mit solchen Büchern hatte ihn seine Mutter so regelmäßig gefüttert wie andere Eltern ihren Nachwuchs mit Cornflakes. Eine konzentriert die Fingernägel betrachtende Buchhändlerin beäugte kurz den einzigen Interessenten ihres sensiblen Kundenbereichs, nahm Witterung zum Inhaber des falschen Chromosoms auf. Ein Mann! Sie hüstelte.
Tim suchte. Er suchte ein Buch für sich selbst. Keinen Liebesroman, keinen Diätbetreuer und auch kein Frauenpowerbuch, sondern ein Männerbuch: „Das bevorzugte Geschlecht“, damit war das weibliche gemeint, von Martin van Creveld sollte es sein. Schon beim Betreten des Ladens fühlte Tim sich irgendwie ... Er wusste auch nicht genau, wie, aber es hatte etwas mit Scheiße zu tun.
Er ging ein paar Mal hin und her: Die Buchhändlerin irritierte ihn, vielleicht hatte sie ihn schon als Geht-selten-in-Buchläden-Typ klassifiziert. Ohne eine Logik in der Sortierung der Bücher zu erkennen und um seine Unsicherheit zu überspielen, zog Tim schließlich mit dem Zeigefinger ein buntes Bändchen hervor. Es enthielt Tarotdeutungen speziell für starke Frauen. Er schob es wieder zurück. Wozu mochten starke Frauen einen Blick in die Karten der Zukunft brauchen?
Er schüttelte den Kopf, denn er hatte doch eine ganz normale Buchhandlung betreten und keinen Frauenbuchladen. Ein Männerbuch würde er hier nicht finden. Es gab auch nirgendwo ein Regal mit der Aufschrift „Männerliteratur“. Daher kratzte er die Fragmente seines Selbstbewusstseins zusammen, unterbrach schließlich, sich entschuldigend, die fortgeschrittene Fingernagelinspektion der Verkäuferin und fragte nach dem Werk vom Creveld.
„Haben wir nicht!“ antwortete ihr Mund, ohne auch nur einen Moment zu zögern. „Du patriarchalisches Männerschwein willst nur meinen Körper benutzen!“ fauchten ihre Augen im gleichen Augenblick. Tim trat einen Schritt zurück. Sie setzte ihre dunkelrote Metallbrille zurecht und fuhr sich mit der Hand durchs kurz geschnittene Haar. Einem blauen Plastikschildchen an ihrem Pullover war zu entnehmen, dass hier Frau Rasmussen-Illermann bediente.
Warum eigentlich, überlegte Tim, arbeiten in so vielen Buchhandlungen richtig garstige Kampflesben? Waren die denn nicht anders unterzubringen? Es gab doch inzwischen überall gut bezahlte Jobs für Frauen, ob nun stark oder nicht, im öffentlichen Dienst und bei der Bundeswehr. Ganz einfach auf Frauenquote und ganz ohne Tarotkarten.
Erschrocken über die harsche Antwort zögerte Tim ein paar Sekunden, fragte aber doch nach, ob vielleicht eine Bestellung des Buchs möglich sei.
„Dieser Wälzer wird wohl vergriffen sein“, erwiderten ihre schmalen Lippen und „Du personifizierte, penetrationswütige, alltägliche Männergewalt!“ giftete ihr Blick. Dann schien gesunder Geschäftssinn über seit Jahrzehnten gefestigte Grundüberzeugungen zu siegen. Seufzend platschte sie auf ihren zerschlissenen Drehstuhl.
Computer schien es nicht zu geben, denn sie griff nach einem enorm dicken Buchkatalog, leckte am Mittelfinger und suchte ohne echtes Interesse in den hauchdünnen Seiten. Sie schob die Brille ein Stückchen nach unten, sah Tim über den Rand kurz an; zog die Mundwinkel tiefer, senkte den Blick; beschleckte erneut den Mittelfinger und blätterte mit dem Temperament einer Wanderdüne weiter. Frau Rasmussen-Illermann schien in Gedanken versunken und irgendetwas wie „Ich könnte glatt meinen Arsch verwetten“ vor sich hin zu murmeln, aber so einen riesigen Wettgewinn hätte Tim im Leben nicht gewollt.
„Wir sind eigentlich eine seriöse Buchhandlung“, sagte sie schließlich und bohrte sich mit dem Zeigefinger im Ohr, das offenbar stark juckte. Tim hätte sicher nicht einmal dann eine Chance bei ihr gehabt, wenn er zusätzlich ein Buch über weibliche emotionale Intelligenz und soziale Kompetenz oder über Väter als Täter geordert hätte ...


Von: Wolfgang A. Gogolin
Verlag: Pauerstoff Verlag; Auflage: 2 (September 2008)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3981011341
ISBN-13: 978-3981011340

4. Kapitel: Weiteres

Natürlich haben wir nicht den ganzen Nachmittag mit diesem einem Thema verbracht, da wir uns schon einige Zeit nicht mehr gesehen hatten, gab es sonstnoch so einiges zu bereden. Im ganzen Betrachtet, ein recht gemütlicher Nachmittag. Aber das geht Euch nichts an :-)))
Nur haben wir hier eben eine Mutter die sich berechtigter Weise Sogen um Ihr Kind macht, und davon gibt es mittlerweile viele, zu viele. Natürlich auch Väter.

Epilog:
Und nein, ich habe Ihn ihr nicht reingesteckt.

Donnerstag, 12. November 2009

Robert Enke

"Deutschland liegt in Europa auf Rang drei der Länder mit der höchsten Suizidrate, hinter Litauen und Russland. Selbst wenn wir alle HIV-Toten, Opfer von Autounfällen und Tote nach Drogenmissbrauch zusammenzählen, kommen wir nicht auf diese Zahl", sagte der Psychiater Johannes Pantel. Die Suizidversuche lägen sogar zehn bis zwanzig Mal so hoch."
Am Dienstag hat sich der Torwart von Hannover 96, Robert Enke, das Leben genommen.
Mich berührt das in ganz besonderer Weise, da ich in den letzten zwei Jahren selber drei Menschen verloren habe die mir etwas Bedeutet haben. Zwei davon auf vergleichbare Weise durch Suizid.
Über die genauen Umstände seiner Depression zu Spekulieren wäre vermessen und unangebracht. Leider benehmen sich die Medien wieder mal extrem Assozial und agieren ohne jede Form von Menschlichkeit oder Rücksichtnahme, Hauptsache Schlagzeilen.
Depressionen im Fußball und bei Stars im allgemeinen sind ja eigentlich nicht neues. Die Leute die sich für Fußball interessieren werden sich sicherlich noch an Sebastian Deisler erinnern.
Der Ruhm und das Star sein hat schon viele Menschen zerbrechen lassen. Und jetzt hat es eben Robert Enke getroffen, der in seinem Leben schon einige Schicksalsschläge hat hinnehmen müssen. Das ist das eben, wenn man in einem Land wohnt, in dem stark sein - Ausstrahlung haben - Erfolgreich sein macht attraktiv - Toll sein unsw. als positive Werte verkauft werden. Wundern darf man sich da nicht - wenn dann so etwas passiert.
Ich möchte nur mal wissen, warum niemand danach fragt, wie es dem Lokomotivführer den so geht. Über den armen Menschen macht sich keine Sau Gedanken.
Was die frau von Robert Enke gestern im TV abgezogen hat, war unter aller Würde. Auch die meisten meiner Arbeitskollegen waren von deren armseligen Auftritt angekotzt. Wenn ein Mensch stirbt denn ich vorgebe so zu lieben, dann stelle ich mich nicht am nächsten Tag vor die Kameras und mache mich wichtig - sondern tauche ersteinmal eine Zeit lang ab um meinen Schmerz zu verarbeiten.
Das die Medien natürlich direkt wieder von der Superstarken BesserMenschenfrau die so super ultra Tapfer ist gesprochen haben, war klar. Im Umgekehrten Fall hätte die Bewertung mit Sicherheit anders ausgesehen.
Bleibt als Fazit aus dieser Sache Festzustellen:
Das Männer entgegengesetzt der allgemeinen Veröffentlichten Meinung doch so etwas wie Gefühle haben, verletzbar sind und ganz schwach sein können.
Der Tochter, seinen Verwandten und dem Lokomotivführer mein Beileid.

Einen lesenswerten Blog zum Thema Depressionen gibt es hier.

Dienstag, 10. November 2009

Rabenschrey

Freitag der 06.November 2009, LCB-Wuppertal: Rabenschrey Live.
Mit großer Spannung wie sich die neuen Lieder von Rabenschrey live anhören, ging es vergangenen Freitag zum Rabenschrey Konzert.
Zuerst aber gab es Punch'n'Judy als Vorband auf der Bühne. Da wir leider recht spät dran waren, (der Rabe kann nicht pünklich sein) haben wir nur die letzten zwei Lieder des Auftritts mitbekommen. Ich kannte die Band voher nicht - aber was man zu hören bekam, hörte sich klasse an. Folk Rock vom Feinsten klang da von der Bühne. Nun gut, ich bin ein Live Liebhaber und daher etwas Befangen, aber Punch'n'Judy haben einen guten Eindruck bei mir hinterlassen.

Nach einer sehr kurzen Pause Rockten dann auch schon Rabenschrey los.

Und ich muss sagen; Geil, geil, geil, obergeil.
Pagan Folk der Rockt. Und zwar vom aller-aller Feinsten. Die härtere Rock Fassung der Lieder, sowohl die der Aktuellen Scheibe - aber auch die alten Stücke, hörten sich Oberhammer Hart an. Kopfschüttel- und Pogo tauglich. Und die Band war einfach super drauf.
Nur scheinen einige Fans die neue Spielweise übelgenommen zu haben. Meiner Meinung nach waren im Vergleich zum letzten Konzert im LCB. weniger Leute Anwesend, obwohl das Konzert immer noch sehr gut besucht war. Und es waren auch kaum Fans in Mittelalterlicher Gewandung gekommen.
Dafür waren leider einige Trend-Mitläufer, BesserMenschen und Mode-Affen vor Ort, was sich leicht negativ auf die Quallität des Publikums ausübte. Und ich hatte mal wieder das zweifelhafte Glück, neben einer Fascho- Tante zu stehen. Aber dazu gebe ich jetzt keinen weiteren Kommentar ab, nur soviel: Traurig!
Dennoch, der guten Stimmung im Hause tat das nur wenig Abbruch - wofür unter anderem die ChaosRaben gesorgt haben, die in gesunder Zahl anwesend waren und ihren Gründungstag gefeiert haben.

Leider ist die Tonquallität nicht die allerbeste, hier gibt es von dem Abend noch ein paar gut gemachte Clips.
Immer wenn Rabenschrey im LCB. Musikus macht gibt es schoneinmal ein Vorab Weihnachtsgeschenk. Beim letzten mal war es eine kostenlose "Best off" CD, dieses mal konnte man sich das Tourposter umsonst mitnehmen. Warum ich mir keines geholt habe? Das wüsste ich auch gerne. Aber einen Preis als eine der Fan-Freundlichtsten Band' s hat Rabenschrey schon verdient, zumal ihre Alben auch GEMA frei sind.
An dieser Stelle von mir ein Dankeschön an die Band.
Für das nächste Jahr hat die Band zwei neue Alben Alben angekündigt. Eins soll wieder eine Rock-Scheibe werden, die zweite mehr ein Akustisches Traditionelles Album. Dem entsprechend sind für das kommende Jahr auch zwei Konzertreihen angesagt worden. Einmal Rock - einmal Mittelalterlich. Für nach dem Konzert hat die Band noch für eine After-Show Party in eine nahe gelegene Lokalität eingeladen, wo wir aber dann aus verschiedenen Gründen nicht mit hingegangen sind.
Alles in Allem bleibt als Fazit von mir das es ein richtig guter Abend war. Bis zum nächsten mal.
Noch was zur Band:
Zum einen hat die Band an diesen Abend einen neuen Drummer gehabt. Silentia hat im Chaosraben Forum schon so eine Andeutung gemacht, aber weder auf der offiziellen Rabenschrey-Web Seite noch im FanClub Forum der Templerschafe ist darüber was zu lesen.
Und was die Web Seite der Band betrifft, so hat dies ein neues Layout bekommen, obwohl das vorherige noch recht neu war. Und das neue Desing ist im Gegensatzt zum alten doch recht einfach und Bescheiden, also eine deutliche Verschlechterrung. Ich möchte hier keine Spekulationen beginnen, aber irgendwie hat das einen negativen Beigeschmack. Hoffen wir auf das Beste.

Sonntag, 8. November 2009

Weltmännertag

Aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie:
Der Weltmännertag (Men’s World Day) ist ein Aktionstag, der seit 2001 jährlich am 3. November stattfindet. Dieser soll laut Aussage des Schirmherrn Michail Gorbatschow das Bewusstsein der Männer im gesundheitlichen Bereich erweitern. So liege die männliche Lebenserwartung im Durchschnitt 7 Jahre unter der der Frauen. Neben Männergesundheit sind auch Bundeswehr und Zukunftsperspektiven Themenschwerpunkte.
Ins Leben gerufen wurde der erste Weltmännertag von Andrologen der Universität Wien. Gemeinsam mit der Stadt Wien, der Gorbatschow-Stiftung, Medical Connection und United Nations Office at Vienna (UNOV) wurde er das erste Mal offiziell 2000 in Wien veranstaltet.

Leider beschränken sich die meisten Medien darauf, den Weltmännertag entweder komplett zu ignorieren oder in lustigen wie herabsetzenden Artikeln und Klickstrecken wie „10 Gründe, warum es besser ist, ein Mann zu sein“ aufzubereiten. Nicht zu vergessen natürlich die Frage „Männertag? Brauchen wir sowas Überhaupt?
Ja, weil unteranderem: Männer arbeiten nach wie vor mehr in Berufen mit einer potentiell höheren Morbiditätsrate, und sie gehen seltener zum Arzt.
Insbesondere Krebsvorsorgeuntersuchungen werden im Vergleich zu Frauen von Männern viel schlechter angenommen: Frauen haben in Deutschland ab 20 Jahren einen Anspruch auf Krebsvorsorge, Männer ab 45 Jahren. Dieses Angebot nutzen im Schnitt 60% der Frauen aber nur 26% der Männer. Die Techniker Krankenkasse rät Männern bereits ab dem 18. Lebensjahr regelmäßig selbst ihr Hoden auf Veränderungen, Verhärtungen etc zu untersuchen – doch während Frauen an jeder Ecke mit Tipps zum richtigen Abtasten der Brust überhäuft werden, sind die Anleitungen und Hinweise zum Selbstabtasten der Hoden rar gesät.
Die Gründe, nicht zur Vorsorge zu gehen, sind vielfältig und reichen von „ich weiß nicht, worauf ich Anspruch habe“ über Zeitmangel und „habe mir bisher keine Gedanken dazu gemacht“.
So liegt nahe, gerade auch mit Blick darauf welcher Druck auf die Männer ausübt wird und welche Folgen dieser Druck haben kann.


www.on3-radio.de

"Wo Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht"
-Bertolt Brecht (1898 - 1956)

Sonntag, 1. November 2009

TotenTanz

Titel: Beginn des Monats Neblung
Datum: Sonntag, 1. November 2009
Bemerkungen: Der norwegische Runenkalender sagt, dass Regen an diesem Tag sieben weitere Wochen mit nassem Wetter erwarten lässt.

Und es regnet heuer, wie es sich für Wuppertal gehört. Und zu diesem Wetter passt es dann wie Arsch auf Eimer.

Titel: Samhain
Datum: Samstag, 31. Oktober 2009
Bemerkungen: Für unsere keltischen Kollegen, das neue Jahr.Definitiv geht das Halloween-Fest auf irische Samhain-Bräuche zurück - was heute ein Kürbis ist, "Jack-o-the-lantern", ist ein ursprünglich irisches "Gespenst", das man sich in Irland früher als Mann mit "Rübenkopf" vorstellte, zu welchem Zweck man eben Rüben aushöhlte und von innen beleuchtete. Die Amerikaner haben einfach die Rübe durchden Kürbis ersetzt. Samhain ist in Irland definitiv ein "Totenfest" - der "Volksglaube" sagt, daß zu dieser Zeit des Jahres die Grenze zur "Anderswelt", zumReich der Feen, Geister, Sidhe, Toten etc.

Dieser Monat ist ja so eine Art Toten-Monat. Zeit also, mal wieder einen Friedhofs Bummel zu machen um ein paar Menschen zu Gedenken, die viel zu früh von uns gehen mussten. Traurigerweise muss man mittlerweile schon ein Wochenende dafür einplanen.
Im Gedenken also:

Montag, 26. Oktober 2009

4.mittelalterlicher Martinsmarkt Wipperfürth

So ist das Leben. Ein Arbeitskollege war am Wochenende in den Niederlanden und in Belgien, und wo war ich ? In Wipperfürth.
Genauer gesagt auf dem 4.mittelalterlicher Martinimarkt in Wipperfürth. Ein netter kleiner Mittelaltermarkt - mitten in der Altstadt von Wipperfürth ähnlich dem Markt von Ratingen.







Wipperfürth soll ja die älteste Stadt im Bergischen Land sein, und so ist auf jeden Fall die Altstadt schon einen Besuch Wert, wo es am Sonntag neben dem Markt einen Verkaufsoffenen Sonntag gegeben hat. Nachteil des ganzen war die schlechte Situation mit dem Parken - da alle Parkplätze Voll waren und man ein Stück weiter weg parken musste.
Das war aber auch schon das einzig negative an jenem Tage, und so konnte man das durchaus gute Wetter auf einem mehr als gut besuchtem Markte genießen.







Für Kurzweil war gesorgt, und die meisten Taler habe ich an diesem jenem Tag für diverse Kräutermischungen und für Räucherkohle gelassen. Wir steuern ja langsam aber sicher auf die Jule-Zeit zu, und da will vorgesorgt sein, zumall meiner einer diesbezüglich dieses Jahr noch zu nichts gekommen ist. Und da mir mein alter Mörser in die Brötchen gegangen ist, muss man sich eben so behelfen.
Der zwar recht kleine aber feine Markt hatte jedenfalls einiges zu bieten, und so war es ein rundherum gelungener Tag.
Nett war auch die St. Martin Aufführung, wo man die Sage von St. Martin nachgestellt hat. Das hat dann auch mir als Heiden gefallen. Auf alle Fälle ist mir die St. Martins Kiste lieber als das US-Importierte Halloween-Komerz geplärre.
Nur die Textsicherheit beim Volke, als es darum ging das Martinslied zu singen, war dann doch eher bescheiden. Ich habe von vornherein garnicht erst mitgesungen, um niemanden zu vergraulen oder des Platzes Verwiesen zu werden :-).
Und deshalb zum Abschluss heuer hier altes Liedgut. Und wenn dieser Tage ein Rabe mit Laterne vor der Euren Türe stehet und doch singet - so habet Mitleid und gebet gar viel.
Martinslied:
St.Martin, St.Martin, St.Martin war ein frommer Mann, zündet viele Lichter an, daß er droben sehen kann, was er unten hat getan.
Martinslied 2:
Wenn die dunkle Zeit beginnt, Wenn des Jahres Kraft verrinnt, Wenn die Sonne müde lacht, Und der Mond die Nacht bewacht, Dann kommt Martins großes Fest, Das die Kinder singen läßt.
Refrain:Du Sankt Martin, heilger Mann, Zünde unsre Lichter an Tief im Herzen; nicht nur Kerzen Sollen bringen helles Licht, Tief im Herzen; nicht nur Kerzen Sollen bringen helles Licht!

Wenn der Herold zieht voran, Und die Kinder folgen dann Mit Laternen und Gesang Auf dem weiten, frohen Gang Durch die Gassen unsrer Stadt, Sie ein Kleid aus Lichtern hat.Refrain:Wenn Sankt Martin zu uns eilt Und den Mantel freudig teilt Mit dem Bettler vor dem Tor, Ja, da stellen wir uns vor, Auch dem andern gut zu sein, Wie es fiel Sankt Martin ein.
Refrain:
Wenn Sankt Martin zu uns eilt Und den Mantel freudig teilt Mit dem Bettler vor dem Tor, Ja, da stellen wir uns vor, Auch dem andern gut zu sein, Wie es fiel Sankt Martin ein.
Refrain:

Montag, 19. Oktober 2009

Die Vandalen - Geiserich ante portas

Titel: Winteranfang
Datum: Mittwoch, 14. Oktober 2009
Wiederholung: Dieses Ereignis wiederholt sich jedes Jahr.
Bemerkungen: In alter Zeit kannte man nur zwei Jahreshälften, und der Beginn des Winters fiel nach dem norwegischen Runenkalender auf den 14. Oktober. Da Tage mit der Nacht und Jahre mit dem Winter begannen, war dies also auch der alte Termin für den Jahreswechsel.
In den Sagas gibt es zwei Stellen (Víga-Glúms saga 6 und Egilssaga 44), die berichten, dass an diesem Tag ("at vetrnóttum", also zu den "Winternächten") auch das Disenopfer stattfand. Diese zwei Belege gelten zwar als etwas dubios, aber auch andere isländische Quellen berichten von einem "Herbstopfer" zu diesem Termin.



Vor 1.570 Jahren: Die Vandalen erobern Karthago - Geiserichs Vandalen landen in Afrika:
Die Vandalen sind mitten unter uns. Sie verwüsten Schulen, beschmieren öffentliche Verkehrsmittel oder randalieren. Der Volksmund bezeichnet solche Akte sinnloser Zerstörung als Vandalismus, benannt nach jenem Stamm der Vandalen, den vermeintlich wildesten Unholden des Altertums. Dabei treiben die es zur Zeit der großen Völkerwanderung auch nicht schlimmer als andere Germanenstämme. Und so haben auch die Vandalen bis heute einen nachhaltigen Eindruck in den Überlieferungen hinterlassen. Zum einen verdanken sie das schlicht übler Nachrede ihrer zahlreichen, meist katholischen Erzfeinde, zum anderen aber einer herausragenden Führungsgestalt, wie sie kein anderes der herumvagabundierenden Völker hervorgebracht hat. Sechs Jahrzehnte lang bestimmt Geiserich die kriegerische und politische Marschroute der Vandalen. Mit der Eroberung der römischen Nordafrika-Metropole Karthago legt der uneheliche Sohn des Königs Godegisel den Grundstein zu einem florierenden vandalischen Mittelmeer-Imperium.
Unter dem Druck der aus Osten heranziehenden Hunnen und Goten weichen die im heutigen Schlesien siedelnden Vandalen um das Jahr 400 gen Westen aus. Am Rhein stoßen die von Rom als "furor teutonicus" gefürchteten Barbaren im Dezember 406 auf erbitterten Widerstand. In einer siegreichen Schlacht gegen die mit Rom verbündeten Franken stirbt an der Seite seines 16-jährigen Sohns Geiserich auch König Godegisel. Drei Jahre lang ziehen die Vandalen nun im Verein mit dem Reitervolk der Alanen raubend, sengend und mordend durch das reiche Gallien bis nach Spanien. Doch auch im äußersten Süden finden sie keine Ruhe vor den nachdrängenden Horden der Westgoten. Mit einer kühnen strategischen Meisterleistung gelingt es Geiserich, inzwischen König der Vandalen und Alanen, seinem Volk eine neue Zukunft zu eröffnen. Im Jahr 429 setzen binnen vier Wochen rund 80.000 Krieger, Frauen und Kinder samt Pferden und Vieh durch die Straße von Gibraltar nach Nordafrika über, in die blühende, aber nur mangelhaft gesicherte Kornkammer des römischen Reichs.
Bestens organisiert lenkt Geiserich sein Volk den reichen Küstengürtel entlang ostwärts. Nach erfolgreicher Belagerung wird 431 die prosperierende Bischofsstadt Hippo Regius, Wohnsitz des Heiligen Augustinus, ausgeplündert. Vor Karthago stoppt Geiserich seinen Feldzug, um zunächst die vandalische Herrschaft in den eroberten Gebieten zu festigen. Erst am 19. Oktober 439 nimmt er die damals nach Rom und Byzanz drittgrößte Stadt der bekannten Welt im Handstreich ein - mit einer List, die leider nicht überliefert ist.
Von Karthago aus beherrschen die Vandalen bald das gesamte westliche Mittelmeer. 455 wagen sie gar den direkten Angriff auf das dekadente Rom und plündern die Stadt in einer zweiwöchigen, nahezu unblutigen Kommandoaktion vollständig aus. Bis zu seinem Tod im Jahr 477 bleibt Geiserich unumschränkter Herrscher des ersten unabhängigen Germanenreichs auf römischem Boden. Seine wenig begabten Nachfolger jedoch verspielen die ihnen hinterlassene Großmacht binnen weniger Jahrzehnte. Nach 130 Jahren auf der weltpolitischen Bühne werden die Vandalen 534 von byzantinischen Truppen endgültig aufgerieben und hinweggefegt. Schriftliches hinterlassen sie nicht, nur ihre Gegner. So ist das Einzige, was von ihnen bleibt - ihr schlechter Ruf.

Sonntag, 11. Oktober 2009

Der Rabendichter

Titel: Leif Eiríksson Day
Datum: Sonntag, 11. Oktober 2009
Bemerkungen: Leif erreichte um das Jahr 1000 n.d.Z. Amerika. Wen interessiert da schon Columbus?
Wenn man bei dem Nass-kaltem Wetter dieser Tage Acht Stunden auf dem Gerüst seiner Arbeit nachgeht und sich dabei die Gesundheit kaputt macht, sprich eine spannende Aufgaben zu haben sowie selbstständig-frei und unabhängig zu sein, ist man Abends, wenn man nach Hause kommt, froh sein Leben zu haben und die Füsse hochlegen zu können. Das bringt dann eine gewisse inaktivität mit sich - und die Lebensquallität hat doch leichte Einbußen. Ja, ja .... Arbeit macht Frei.
Und wenn man schon sonst nichts nennenswertes zu Stande bekommt, kann man wenigstens seinen dunklen Rabenschwarzen Gedanken freien Lauf lassen. Damit sind wir wieder mal bei Edgar Allan Poe. Und denn hatten wir hier im Blog ja vor kurzem schon.
Der Rabendichter:
Edgar Allan Poe, * 19. Januar 1809 in Boston, USA; † 7. Oktober 1849 in Baltimore, war ein US-amerikanischer Schriftsteller. Er prägte entscheidend die Genres der Kriminalliteratur, der Science Fiction und der Horrorgeschichte. Seine Poesie wurde zum Fundament des Symbolismus und damit der modernen Dichtung.

"Something about Satan' s dart, something about Angel wings, much about a broken heart, all about unhappy things...."

Poes Großvater war der General David Poe, ein sagenumwobener Veteran der Revolution und Nachfahre schottisch-irischer Auswanderer.
Nach einer Überlieferung soll eines seiner Kindermädchen dem jungen Edgar Brot, das in Wachholderschnaps getaucht war, gegeben haben, um ihn ruhig und stark zu machen.
Nach dem Tod seiner Mutter, wurde Poe mit zwei Jahren in die Familie des Kaufmanns John Allan aufgenommen, wo er von einem schwarzen Sklavenkindermädchen betreut wurde. Diese soll ihm seltsame Lieder vorgesungen und schreckliche Geschichten von lebenden Toten erzählt haben.
Erzählungen der Seeleute, die sich bei John Allan aufhielten, von ihren Fahrten trugen das ihre dazu bei, Edgars Phantasie anzuregen.
Poe soll schon als Kind geliebt haben, bei Nacht lange das silberne und Mystische Antlitz des Herrn Mondes zu betrachten. Auch in und unter Grabsteinen sah er mehr als andere: "Sie werden uns nachlaufen und mich herunterholen", schrie er einmal, als er als sechsjähriger mit seinem Onkel an einer Holzhütte vorbeikam, die von mehreren Gräbern umgeben war.
Schon Poes erste Veröffentlichung Tamerlane and Other Poems von 1827 enthält zwei Gedichte, "Spirits of the Dead" und "The Lake", die mit ihrer düsteren Stimmung schon Vorboten des zitternden Entzückens, dieses sanft-süßen Grauens, das zu besingen unser Dichter nimmermehr müde wurde.
In einer Abfassung seiner Besprechung von einem Buch von Dickens, das als Fortsetzungsroman erschien und erst noch fertiggeschrieben werden mußte, sagte Poe den Verlauf der Handlung fast so exakt voraus, das Dickens entsetzt Kommentierte: "Der Mann muß der Teufel in Person sein."
Der Rabe, in der Fassung, wie wir sie kennen, war von Poe beim Heulen der Herbststürme in einem einsam gelegenen Farmhaus in der Nähe von New York vollendet worden.
Zu seiner Zeit war Poe eine anerkannte Autorität für das Erstellen und Entziffern von Geheimschriften.
Im Vorwort zu seinem ersten Gedichtsband, den Tales of the Grotesque and Arabesque, gibt Poe Hinweise, die zu einem tieferen Verständnis seiner Werke dienen können.
Seine Texte bilden, so sagt er, nur ein einziges Buch. Und wo in seinen Versen die Angst das Hauptthema sei, komme der Schrecken einzig und alleine aus der Seele.
"Wenn jeder Autor, der ein Honorar für eine Geschichte erhält, die ihre Entstehung Poe verdankt, den Zehnten für ein Monument des Meisters abgeben würde, dann ergäbe das eine Pyramide so hoch wie die von Cheops", schrieb Conan Doyle, dessen berühmter Detektiv Sherlock Holmes in Poes Dupin seinen Urahn hat.

Dienstag, 6. Oktober 2009

Odins Rabenzauber

Titel: Beginn des Monats GILBHARD
Datum: Donnerstag, 1. Oktober 2009

Jetzt da der Herbst da ist und das Jahr sich zum Ende neigt, war es auch für mich mal wieder Zeit - sich mit dem Tod auseinanderzusetzen. Das "sterben" der Natur steht für mich auch Gleichnishaft für den Tod von Freunden und einer Reihe menschlicher Tragödien, die sich in den letzten Jahren ereignet haben.
Die dunkle und kalte Jahreszeit will mit den alten Göttern am besten überstanden sein. Und da ich zum Winter hin, dieser Zeit voller Mystik und Strenge, sowieso immer meinen Religiösen Ultra-Flash bekomme, habe ich mal wieder die EDDA zur Hand genommen. Und darin findet sich nun eben jener "Odins Rabenzauber" der nun passt wie die Faust aufs Auge. Dieses Lied gilt als das dunkelste und rätselhafteste der ganzen Edda.

Odins Rabenzauber oder Hrafnagaldr Odhinn:
1.) Allvater waltet, Alfen verstehn, Wanen wissen, Nornen weisen, Iwidie nährt, Menschen dulden, Thursen erwarten, Walküren trachten.
2.) Die Asen ahnten übles Verhängnis, Verwirrt von widrigen Winken der Seherin. Urda sollte Odhrärir bewachen, Wenn sie wüßte so großem Schaden zu wehren.
3.) Auf hub sich Hugin den Himmel zu suchen; Unheil fürchteten die Asen, verweil er. Thrains Ausspruch ist schwerer Traum, Dunkler Traum ist Dains Ausspruch.
4.) Den Zwergen schwindet die Starke. Die Himmel Neigen sich nieder zu Ginnungs Nähe. Alswid läßt sie oftmals sinken, Oft die sinkenden hebt er aber empor.
5.) Nirgend haftet Sonne noch Erde, Es schwanken und stürzen die Ströme der Luft. In Mimirs klarer Quelle versiegt Die Weisheit der Männer. Wißt ihr, was das bedeutet?
6.) Im Tale weilt die vorwissende Göttin Hinab von Yggdrasils Esche gesunken, Alfengeschlechtern Idun genannt, Die Jüngste von Iwalts älteren Kindern.
7.) Schwer erträgt sie dies Niedersinken Unter des Laubbaums Stamm gebannt. Nicht behagt es ihr bei Nörwis Tochter, An heitere Wohnung gewöhnt so lange.
8.) Die Sieggötter sehen die Sorge Nannas Um die niedre Wohnung: sie geben ihr ein Wolfsfell. Damit bekleidet verkehrt sie den Sinn, Freut sich der Auskunft, erneut die Farbe.
9.) Wählte Widrir den Wächter der Brücke, Den Giallarertöner, die Göttin zu fragen Was sie wisse von den Weltgeschicken. Ihn geleiten Loptr und Bragi.
10.) Weihlieder sangen, auf Wölfen ritten Die Herrscher und Hüter der Himmelswelt. Odin spähte von Hlidskialfs Sitz Und wandte weit hinweg die Zeugen.
11.) Der Weise fragte die Wächterin des Tranks, Ob von den Asen und ihren Geschicken Unten im Hause der Hel sie wüßtenAnfang und Dauer und endlichen Tod.
12.) Sie mochte nicht reden, nicht melden konnte sie's: Wie begierig sie fragten, sie gab keinen Laut, Zähren schossen aus den Spiegeln des Haupts, Mühsam verhehlt, und netzten die Hände.
13.) Wie schlafbetäubt erschien den Göttern Die Harmvolle, die des Worts sich enthielt. Je mehr sie sich weigerte, je mehr sie drängten; Doch mit allem Forschen erfragten sie nichts.
14.) Da fuhr hinweg der Vormann der Botschaft, Der Hüter von Herjans gellendem Horn. Den Sohn der Nal nahm er zum Begleiter; Als Wächter der Schönen blieb Odins Skalde.
15.) Gen Wingolf kehrten Widrirs Gesandte, Beide von Forniots Freunden getragen. Eintraten sie jetzt und grüßten die Asen, Yggrs Gefährten beim fröhlichen Mahl.
16.) Sie wünschten dem Odin, dem seligsten Asen, Lang auf dem Hochsitz der Lande zu walten; Den Göttern, beim Gastmahl vergnügt sich zu reihen, Bei Allvater ewiger Ehren genießend.
17.) Nach Bölwerks Gebot auf die Bänke verteilt, Von Sährimnir speisend saßen die Götter. Skögul schenkte in Hnikars Schalen Den Met und maß ihn aus Mimirs Horn.
18.) Mancherlei fragten über dem Mahle Den Heimdal die Götter, die Göttinnen Loki, Ob Spruch und Spähung gespendet die Jungfrau - Bis Dunkel am Abend den Himmel deckte.
19.) Übel, sagten sie, sei es ergangen, Erfolglos die Werbung, und wenig erforscht. Nur mit List gewinnen ließe der Rat sich Daß ihnen die Göttliche Auskunft gäbe.
20.) Antwort gab Omi, sie alle hörten es: ,,Die Nacht ist zu nützen zu neuem Entschluß. Bis Morgen bedenke wer es vermag Glücklichen Rat den Göttern zu finden.''
21.) Über die Wege von Wallis Mutter Nieder sank die Nahrung Fenrirs. Vom Gastmahl schieden die Götter entlassend Hroptr und Frigg, als Hrimfari auffuhr.
22.) Da hebt sich von Osten aus den Eliwagar Des reifkalten Riesen dornige Rute, Mit der er in Schlaf die Völker schlägt, Die Midgard bewohnen, vor Mitternacht.
23.) Die Kräfte ermatten, ermüden die Arme, Schwindelnd wankt der weiße Schwertgott. Ohnmacht befallt sie in der eisigen Nachtluft, Die Sinne schwanken der ganzen Versammlung.
24.) Da trieb aus dem Tore wieder der Tag Sein schön mit Gestein geschmücktes Roß; Weit über Mannheim glänzte die Mähne: Des Zwergs Überlisterin zog es im Wagen.
25.) Am nördlichen Rand der nährenden Erde Unter des Urbaums äußerste Wurzel Gingen zur Ruhe Gygien und Thursen, Gespenster, Zwerge und Schwarzalfen.
26.) Auf standen die Herrscher und die Alfenbestrahlerin; Die Nacht sank nördlich gen Nifelheim. Ulfrunas Sohn stieg Argiöl hinan, Der Hornbläser, zu den Himmelsbergen.

Der Name Odins Rabenzauber" ist eine nicht mit Sicherheit zu lösende Rune. Eine Erklärung hierzu bekommen wir von der dritten Strophe, deren Sinn aber selbst erst der Abwägung bedarf. Nach ihr macht sich Hugin auf, den Himmel zu suchen.
Raben durch eine besondere Weihe dazu bereitet, ließ man in alter Zeit von einem Schiff auffliegen, um die nähe des Landes zu erforschen. Rabenzauber nannte man wohl diese Beschwörungsformel, wodurch die Raben für ihren Dienst geweiht wurden.

Donnerstag, 17. September 2009

Hildegard von Bingen

17.September 1179, Hildegard von Bingen stirbt.
Hildegard von Bingen ist nicht nur ein Indiz dafür, das die vermeidliche Frauenfeindlichkeit in der Vergangenheit doch mehr Legende zum Zweck denn Wirklichkeit ist, Sie ist auch für mich als Heiden trotz Ihres streng Christlichen Lebensweg von gewisser Bedeutung. In Ihren Abhandlungen besonders über die Natur, ist eine Menge des Wissens aus VorChristlicher Zeit und deren Traditionen mit eingeflossen.
Somit ist ein Teil des Erbes der alten Schamanen und heilkundigen Frauen Erhalten geblieben.

Die deutsche Äbtissin Hildegard von Bingen wird gerne als die erste deutsche Naturforscherin und Ärztin bezeichnet. Sie unterhielt im Kloster einen Garten mit Nahrungs-, Gewürz-, und Heilpflanzen und studierte antike und arabische Schriften zur Arzneimittellehre und Heilkunst. Durch ihre Nähe zum Volk konnte sie viel einheimisches, ursprünglich germanisches Kräuterwissen zusammentragen. In ihrer Physikc oder Naturkunde werden die medizinischen Eigenschaften und Anwendungen von einheimischen und ausländischen Pflanzen, Tieren und Steinen beschrieben.
Hildegard von Bingen entwickelte ein als visionäres geltendes, mystisches Weltbild, das animistische, antike, orphische und frühchristliche Elemente miteinander verband. Ihre Visionen sollten den mittelalterlichen Menschen einen Weg durch ihr Leben zeigen und ihnen den Pfad zu Gott offenbaren; sie sieht als Quelle des Lebens die viriditas, die grüne Kraft, die in allen Geschöpfen fließt und sie mit Leben und Göttlichkeit erfüllt.

Zu Ihrem Todestag erscheint dieser Tage denn eine Verfilmung.

Originaltitel: Vision - Aus dem Leben der Hildegard von Bingen
Land (Jahr): Frankreich, Deutschland (2009)
Genre: Drama
Startdatum: 24.09.2009
FSK: ab 12 Jahren




Filminfo:
Hildegard von Bingen (ca. 1098 - 1179) gehört zu den bedeutendsten und faszinierendsten Menschen des Mittelalters. Sie war Äbtissin, Seherin, Heilkundige und Komponistin. Ein sehr engagierter, dem Leben zugewandter Mensch, deren Ideen und Gedanken von zeitloser Strahlkraft sind. Ihre Visionen wurden von Papst Eugen III anerkannt und Kaiser Friedrich Barbarossa hörte auf ihren Rat. Ihre Kräuter- und Heilkunde ist heute populärer denn je und ihre Kompositionen, die eine zentrale Rolle im Film haben werden, erleben seit Jahren eine lebhafte Renaissance. [Pressetext]
Bleibt zu hoffen, das sie hier nicht wieder Feministisch verklärt und der männliche Aspekt verdrängt wird, wie die Regisseurin und Drehbuchautorin Margarethe von Trotta befürchten lässt.

Quellen - Verweise:
Der Heilige Hain von Christian Rätsch,
Rosenberg 1988,
Hildegard von Bingen Heilkraft der Natur: "Physika", Augsburg: Pattloch 1991; vgl. Irmgard Müller: Die pflanzlichen Heilmittel bei Hildegard von Bingen, Salzburg: Otto Müller Verlag 1982.

Dienstag, 15. September 2009

Bunt zusammengewürfelt

Seit Montag genieße ich meinen Sommerurlaub. Zwei Wochen habe ich davon, und der Urlaub, der eigentlich für Mitte Juli gedenkt war, hat dann auch gleich mit richtig schönem Nass-kaltem Herbstwetter angefangen. Da ich wegen meiner Beruflichen Umstände sowieso nichts Planen konnte, und nach dem schrecklichen Ereignis vom letzten Jahr auch nicht besonders Motiviert bin, mich zu großen Urlaubsplanungen hinreißen zu lassen, werde ich diesen Urlaub schön an der Heimatfront verbringen.

Aber das will ja nun nicht heißen, das man sich die kurze Zeit nicht doch versüßen kann, und ein paar Angenehme Tage verbringen kann.
Und mit dem Versüßen habe ich heute dann auch direkt begonnen, als mich meine Wege in den ...Markt führten, um mir diese beiden CD's zu kaufen:

Und ich sage zur neuen Saltatio-Mortis einfach nur Geil Geil Geil. Die Aktuelle Silberscheibe der Totentänzer steht dem Vorgänger-Werk nicht's nach, und ist MittelalterRock vom aller feinsten.
Mehr Infos dazu findet man auf dem lesenswertem Musik- Blog von Detlef Knut.

In den jüngsten Live-Ableger von Corvus Corax habe ich bis dato zwar nur einmal kurz reingehört, aber eigentlich kann man hier nicht's falsch machen. Und Corvus Corax gehört sowieso ins CD Regal eines jeden Freundes der Mittelalter Musik.
Natürlich habe ich mir direkt die CD/DVD Kiste geholt, und bin dafür mal eben um 50 Euros Ärmer, aber wie mir scheint, ist das gut Angelegtes Geld. Wozu bekommt man Urlaubs-Geld, wenn man dann doch nicht wegfahren kann.
Wegen des Super Eindruck's den die neue Saltatio-Mortis hinterlassen hat, werde ich Morgen mal schauen ob ich noch ne Karte für das Konzert in Bochum bekomme.


Ein kurzer Ausflug in die Politik. Wir haben ja bald Bundestagswahlen, und wer noch nicht so recht weiss was Er/Sie Wählen soll, kann sich ja hier mit dem Wahl-O-Mat selber testen.
Nette kleine kurzweil, ich werde jetzt nicht öffentlich machen - was bei mir dabei rausgekommen ist :-)))
Tja, und eigentlich hat trotz schlechtem Wetters mein Urlaub nicht mal so Übel Begonnen.
Denn am Montag war folgendes in den Zeitschriften Regalen zu finden:


Ich kann das zwar immer noch nicht so richtig Glauben, das ich so etwas noch Erleben darf - aber es tut sich was in teutschen Landen. Und Punkt für Punk bricht ein Lügengebilde, das auf Hass und Menschenverachtung aufgebaut worden ist, zusammen.

Auffallend hier, das sich das Thema in der letzten Zeit auch verstärkt in der MusikSzene wiederfindet. Ich denke hier z.B. an eben die letzten beiden von Saltatio-Mortis oder auch an die
noch recht neue von Rabenschrey.
Bleibt zu hoffen, das gerade im Mittelalter Bereich die Problematik nun wirklich ins Bewusstsein der Menschen dringt, und sich was tut.

Und nicht nur ich tue mich manchmal schwer damit etwas zu glauben, anderen geht es genau so. Und deshalb habe ich mir aus dem Blog upperpalatine nachfolgenden Text ausgeliehen, um Euch zum Nachdenken anzuregen.
"Gewaltwahrnehmung:
Als regelmäßiger Leser des Diesellogs von Thomas Reuter ist man ja einigermaßen sensibilisiert, was die um sich greifende gesellschaftliche Benachteiligung von Männern angeht. Man liest die einschlägigen Geschichten und Berichte mit Erstaunen, manchmal melden sich auch Unverständnis und Wut.
Und dann sitzt man in seiner Dienststelle in einem Konferenzraum. Ersthelferschulung. Und man hört den Schulungleiter, einen alten Sanitäter, erzählen. Von einem Einsatz in einem Bauernhof. Ein Mann sitzt auf der Eckbank in der Küche und hält die Hände vor dem Gesicht. Blut fließt, die Nase ist gebrochen. Der Mann berichtet, er sei gestolpert. Nähere Nachfragen der Retter will er nicht beantworten. Ins Krankenhaus will er auch nicht mit. Schließlich stellt sich heraus, dass seine Frau ihn mit einer Bratpfanne ins Gesicht geschlagen hat. Die Reaktion der Sanitäter: Gelächter. Man überzeugt ihn doch, ins Krankenhaus mitzukommen. Die Reaktion des Pflegepersonals und der Ärzte dort: Gelächter.Die Reaktion der Schulungsteilnehmer, als sie die Geschichte hören: Gelächter.
Meine Reaktion: Entsetzen. Da wird ein Mensch Opfer einer Gewalttat. Niemand kommt auf die Idee, die Polizei hinzuzuholen. Niemand kommt auf die Idee, den Mann auf die Möglichkeit einer Anzeige wegen Körperverletzung hinuweisen.
Wäre es umgekehrt gewesen, wäre wohl gemeinsam mit den Sanitätern noch eine Polizeistreife und eine Sozialarbeiterin gekommen, dem Mann hätte man einen Platzverweis und ein Kontaktverbot ausgesprochen, er hätte die Nacht in einer Zelle verbracht und eine Anzeige wegen Körperverletzung bekommen.
Nachdem aber ein Mann hier das Opfer war, kam gar niemand auf die Idee, dass es sich hier um eine Straftat handelt. Ist das nicht eine seltsam verzerrte Wahrnehmung, die sich da in unserer Gesellschaft breitgemacht hat?
nb: Ich weiß natürlich nicht, ob sich diese Geschichte in der Realität so zugetragen hat oder zumindest teilweise der Fantasie des Erzählers entsprang. Die Reaktion darauf im Plenum des Kurses fand ich trotzdem sehr bezeichnend für eine meiner Meinung nach grundlegend falsche Tendenz."
Ein paar Blog's habe ich hier heute ja schon vorgestellt, die allesamt Lesenswert sind und bisweilen Nachdenklich stimmen. Aber ein Blog hat mich in den letzten Tagen besonders berührt, schon alleine deshalb weil ich selber sowohl direkt als auch indirekt davon betroffen bin. Besonders das Posting zum Thema Suizid hat mich tief bewegt. Aber lest es selber:
Das dürfte mich als Mann zwar nicht tangieren, da ich als solcher ja keine Gefühle und keine menschlichen Emotionen habe, aber da bin ich ganz und gar Unmodern.
"Deutschland liegt in Europa auf Rang drei der Länder mit der höchsten Suizidrate, hinter Litauen und Russland. Selbst wenn wir alle HIV-Toten, Opfer von Autounfällen und Tote nach Drogenmissbrauch zusammenzählen, kommen wir nicht auf diese Zahl", sagte der Psychiater Johannes Pantel. Die Suizidversuche lägen sogar zehn bis zwanzig Mal so hoch."
Noch mal zurück zum gestrigen Montag:
Titel: Herbstkreuztag
Datum: Montag, 14. September 2009
Uhrzeit: Ganztägig
Wiederholung: Dieses Ereignis wiederholt sich jedes Jahr.
Bemerkungen: Der norwegische Runenkalender sagt, dass nun das Getreide in die Scheune gebracht werden muss und das Vieh von der Sommerweide zum Hof zurückgetrieben wird. Letzteres wird auch im alpenländischen Raum von viel religiösem Brauchtum begleitet. Nun beginnt auch das Sammeln von Blättern, die als Winterfutter für das Vieh dienen.
Mal eine Persönliche Frage:
Was bei den Göttern ist "gut gemeinter Spott"? Ich verzichte mal darauf, weiteres dazu zu schreiben, und mach mir so meine Gedanken.
Zum Abschluss heuer noch ein nettes Zitat der Comic-Figur Kleines Arschloch: „Das männliche Glied gilt als der Mercedes unter den Geschlechtsorganen.“

Sonntag, 13. September 2009

Nimmermehr

Zur Einleitung kurz etwas Persönliches. Zu meinem Posting "Demokratie" habe ich ein paar Interessante Mail's bekommen. Aus diesen möchte ich einen Auszug zitieren:

“So muss man feststellen, dass die verbissene Abneigung der Linken gegenüber dem Nationalsozialismus eher die Angst vor dem eigenen Spiegelbild ist. Die Parallelen zwischen Nationalsozialismus und Sozialismus beschränken sich nicht nur auf die Bezeichnung, nein, sie umfassen auch die politische Methodik und folgerichtig das mit Leichen gepflasterte Ergebnis.”

Ich glaube besser kann man die Sache nicht Ausdrücken. Und damit auch vielen Dank für die Mail's.


Nimmermehr:
Und damit zum Eigentlich Gedachten Posting heuer. Denn es ist Zeit den Raben mal wieder zu Ehren. Und wie könnte man das besser als mit guten Gedichten.

Lesen bildet ja bekannter maßen, und so erfahren wir im Lustigen Taschenbuch - LTB Nr. 262, das der Rabe Nimmermehr von Gundel Gaukeley ( das ist die Hexe, die Onkel Dagobert immer seinen Glückszehner stehlen will - was für eine Ente) nach einer mehrfach in einem Gedicht von Edgar Allan Poe verwendeten Verszeile, "quoth the raven: Nevermore!" benannt worden ist.



Hier nun also die Dichtung von Edgar Allan Poe-
Der Rabe:
Einst zur Nachtzeit trüb und schaurig, als ich las und müd und traurig über Büchern morscher Weisheit mich in Träumen ganz verlor, daß mir's wirr schon ward im Kopfe, schien mir plötzlich so, als klopfe es an meine Tür, als klopfe, klopf' es leise an mein Tor. Ein Besucher wohl, so dacht ich, klopft so spät noch an mein Tor, oder kommt es mir nur vor?
Ganz genau weiß ich's noch immer: im Dezember war's. Durchs Zimmer flackerte vom Herd ein Schimmer, sh die letzte Glut erfror. Sehnte mich schon nach dem Morgen; in den Büchern blieb verborgen, was zerstreuen könnt' mein Sorgen, Trauern um die Maid Lenor, um die Maid, die ich verloren und die jetzt genannt Lenor, wird nur noch im Engelschor.
Und das Knistern und das Rauschen in des Vorhangs seidenen Bauschen schreckt' mich, weckt' mich auf zu Ängsten, die ich nie gespürt zuvor, also daß, um zu verjagen meines Herzens Furcht und Zagen, ich mir nochmals mußte sagen: "Ein Besucher klopft ans Tor - ein Besucher kommt verspätet noch zu klopfen an mein Tor - das ist's wohl, so kommt mir vor."
Mut von neuem fand die seele, und mit wieder freier Kehle sprach ich: "Oh, Verzeihung, bitte, Dame oder Herr! Mein Ohr hat Ihr Klopfen kaum vernommen. Schlaf war über mich gekommen, und drum war ich so beklommen, als Sie klopften an mein Tor - und Sie klopften auch sehr leise .... " Und ich sperrte auf das Tor. Tiefes Dunkel war davor.
Lange in das dunkel starrend, stand ich furchtsam, doch verharrend dort in Träumen, wie sie niemand andrer träumte je zuvor. Doch nur von des Herzens Pochen ward die Stille unterbrochen, und nur flüsternd ward gesprochen dieses eine Wort: "Lenor." Da sprach ich ; und wie vom Echo nichts als dieses Wort "Lenor" drang mir nochmals an das Ohr.
Wieder drin in meiner Kammer, in der Seele Glut und Jammer, abermals das Klopfen hört' ich, etwas lauter denn zuvor. "Hei", so rief ich, "ja, beileibe, es ist auf der Fensterscheibe! Will mal sehn zum Zeitvertreibe, was verursacht den Rumor. Still, mein Herz, ich will mal schauen, was verursacht den Rumor - Wind ist draußen, kommt mir vor."
Ich riß auf das Fenster klirrend, als da flatternd schwer und schwirrend kam herein ein alter Rabe, schwarz und stattlich wie ein Mohr. Tat so ganz, als ob ihm schiene, daß ich keinen Gruß verdiene, doch mit einer Herrenmiene schwang er sich zur Tür empor, schwang sich auf die Pallasbüste über meiner Tür empor, saß - und still ward's wie zuvor.
Und der schwarze Vogel machte, daß trotz meinem Leid ich lachte, denn possierlich schien sein Ernst mir und erweckte fast Humor, "Wenn man auch geschoren habe deinen Kamm, kein feiger Knabe bist du, böser, alter Rabe, der aus Nächten flog hervor! Sag, wie heißt du, der aus den Höllennächten flogst hervor?"
Sprach der Rabe : "Nimmermehr."
Staunen mußt' ich, daß dies freche Federvieh auch menschlich spreche, kam mir gleich die Antwort fremd und nicht besonders geistreich vor; denn es muß als sicher gelten, daß dem Menschen äußerst selten ein Geschöpf aus Unterwelten fliegt auf seine Tür empor, fliegt auf eine alte Büste über seiner Tür empor und sich nennt "Nevermore".
Doch der Rabe auf der Büste sprach kein zweites Wort, als wüßte er nichts andres zu sagen, ob ich ihn auch drum beschwor. Als ob er sich nicht genierte, saß er lautlos da und stierte, bis ich schließlich meditierte: "Wie ich manchen Freund verlor, werde ich auch ihn verlieren - da ich alles ja verlor!"
Sprach der Vogel: "Nevermore".
Wieder staunt ich, daß er endlich Antwort gab, mir fast verständlich. Seinen ganzen Wortschatz, dacht' ich, plappert er mir da ins Ohr, seines Herren Abschiedssegen, der den bösen Schicksalsschlägen war zuletzt so ganz erlegen, daß in Liedern sang der Tor, daß in trüben, hoffnungslosen Liedern nur noch sang der Tor diesen Kehrreim
"Nevermore".
Da der Rabe ja so sachte meine Seele lächeln machte, schiebe ich den Polsterstuhl zu Vogel, Tür und Büste vor, setz' mich also und betrachte, was denn diese ungeschlachte Vogel sich dabei wohl dachte, als er da an mich verlor - Was er grimmig, böse dachte, als er da an mich verlor, sein gekrächztes
"Nevermore".
Und so ließ ich mir's behagen, ohne nur ein Wort zu sagen, aufzusehen zum Vogel, dessen Blick mein Herz erkor, aufzuschauen und zu wühlen in Gedanken und Gefühlen, sitzend da in weichen Pfühlen, dem bescheidenen Komfort, in Lenorenes weichen Pfühlen, dem bescheidenen Komfort , den sie, ach, so jung verlor!
Und es schien mir, als verdichte sich die Luft im Dämmerlichte, durchden Duft aus Weihrauchschalen, die da sang ein Engelchor. "Tor!" so rief ich, "siehe, Gott spendet, dir durch Engel hergesendet, einen Trank, der Kummer wendet! Trink ihn und vergiß Lenor! Trink den Trank, der Kummer wendet, ach, und dann vergiß Lenor!" Sprach der Rabe
"Nimmermehr."
"Ketzer!" rief ich, "weiser Nathan - ob nun Vogel oder Satan! - ob vom Bösen du geschickt bist, ob ein Sturm dich trieb hervor, wer dich auch hierher verbannte, dich in diese Ödnis wandte, hier im Haus zu spuken sandte - sag mir wie ich dich beschwor: ist kein Balsam denn in Gilead?! - sag mir wie ich dich beschwor!" Sprach der Rabe
"Nimmermehr."
"Ketzer!" rief ich, "weiser Nathan - ob nun Vogel oder Satan! - schwör beim Himmel, schwör beim Gotte, den dein Sinn sich auserkor, meiner Seele, die voll Grauen, ob sie fern auf Edens Auen jenes Mädchen soll erschauen, das bei Engeln heißt Lenor, jenes strahlend schöne Mädchen, das bei Engeln heißt Lenor?" Sprach der Rabe:
"Nevermore!"
"Mach, das dieses Wort uns scheide", rief ich, "Vogel oder Heide! Kehr zurück im Sturme, der dich aus der Hölle trieb empor! Keine Feder laß zum Zeichnen deine Lüge sondergleichen, schände weiter Menschenleichen - aber fort von meinem Tor! Reiß den Schnabel aus der Brust mir, weiche fort von meinem Tor!" Sprach der Rabe:
"Nimmermehr!"
Doch der Rabe hier im Zimmer hockt noch immer, hockt noch immer auf der bleichen Pallasbüste, die er sich zum Sitz erkor; fast dämonisch lockt das Funkeln seiner Augen, gleich Karfunkeln, und die Lampe wirft in dunkeln Winkeln seines Schattens Flor. Und es hebt sich meine Seele aus des trüben Schattens Flor -
nimmer, nimmer mehr empor!
Es dürfte wohl keinen verwundern, das mich dieses Gedicht auf ganz besondere Art und Weise ihn seinen Bahn gezogen hat. Düster, voller Schmerz und Tod. Sehnsuchtsverzehrend und von zerstörericher Emotionaler Tiefe. Und Irgendwie könnte es auch eine Beschreibung meines Lebens sein, wo wenn es so weitergeht das Nimmermehr auch für mich bald gelten könnte.
Ich habe lange gebraucht um eine passende Übersetzung des Werkes zu finden, Unglaublich erscheint es, was es so an Übersetzungen gibt. Einfach grausam. Diese Fassung hier, die wohl am Orginalen am nächsten herrankommt, ist meiner meinung nach auch die Mächstigste und Wortgewaltigste - die ich so im Intenet noch nicht gefunden habe.
Über den Rabendichter Edgar A. Poe, der am 12.Januar dieses Jahres 200 Jahre alt geworden wäre, (noch ein Jubiläum dieses Jahr) wird es bei Zeiten noch einiges zu sagen geben.
Und damit: Never, Never, Nevermore.

Mittwoch, 9. September 2009

Mittelalter - Karfunkel

Titel: Hermann der Cherusker
Datum: Mittwoch, 9. September 2009
Wiederholung: Dieses Ereignis wiederholt sich jedes Jahr.
Bemerkungen: Auch wenn die Story nicht richtig historisch ist, ein echter Asatru-Held ;-)

Das Mittelaltermärkte und das ganze drum herum momentan groß in Mode sind, haben die meisten wohl schon mitbekommen. Interessant daher, sich mal mit der Szene und der Entwiklung zu beschäftigen. Beim ef-magazin hat es dazu im Heft Nr. 26 (Juli 2002), ein Schwerpunktthema gegeben. Dazu gehörte auch ein Interwiew mit Michael. E. Wolf, zu diesem Zeitpunkt Herausgeber der Mittelalter-Zeitschrift Karfunkel.

ef: Herr Wolf, seit wann beschäftigen Sie sich mit dem Mittelalter?

Wolf: Wann beschäftigt sich ein Mensch nicht mit dem Mittelalter?
In der Kindheit sind es die Märchen, die anscheinend alle in dieser Zeit
angesiedelt sind, in der Jugend die ersten Mythen und Literatur, dann kam das Studium der Mediävistik in Heidelberg und schließlich die Passion, die zum Beruf wurde.

ef: Und seit wann besteht Ihre Zeitschrift „Karfunkel“?

Wolf: Karfunkel entstand Anfang der 90er Jahre in meinem Kopf aus verschiedenen Einzelaspekten, so z.B. der Idee, eine eigene Zeitschrift machen zu wollen und unabhängig
zu sein, als Interessent von Veranstaltungen zum Thema von den damals
monopolistischen Anbietern der Mittelalterrezeption. Der Name kam dann von meiner Frau.
Die Einsicht, so ein Vorhaben nicht allein bewerkstelligen zu können und das endlose Davon-Erzählen ließ uns 1993 Wolfgang Kalthoff treffen, geschichtsbegeisterter Elektriker,
der nach dem Abi zunächst nichts mit den akademischen Wegen zu tun
haben wollte. Die Beschäftigung mit Geschichte und der Kontakt zu all
den Leuten, die glaubten, aufgrund ihrer Titel Allmacht und Allwissenheit gepachtet zu haben, ließ ihn dann weich werden und auch noch einmal die akademischen Weihen
suchen. Zum Glück wurden immer wieder neue Leute auf das Projekt
aufmerksam und in ständig wechselnden Koalitionen erscheinen wir nun im Juni bereits mit der 40. Ausgabe und im kommenden April dann seit 10 Jahren. Manch einer blieb
nur eine Ausgabe, andere waren 7 Jahre dabei. Die einzigen, die von Anfang an dabei waren, das sind Michael E. und Sabine Wolf und – wenn man so will – die Musen Ayla
und Lida, unsere Zwillinge, die genauso alt sind wie Karfunkel.

ef: Wie ist die Tendenz der heutigen Mittelalterszene, die sich um Ihre Zeitschrift gruppiert,
und in der Bücher und Musik sowie Waren, Kleidung und Veranstaltungen aller
Art rund um das Mittelalter gehandelt und produziert werden? Gibt es in den letzten Jahren wichtige Veränderungen?

Wolf: Politisch?

ef: Auch!

Wolf: Weit gefächert und breit gefächert. Über das Denken, Wollen und Werden anderer lasse Ich mich auch nicht mehr aus. Jeder Mensch hat seine Sehnsüchte, Triebe und
Vorstellungen über das Leben. Solcherlei Urteile behalte Ich inzwischen für mich.

ef: Und ökonomisch?

Wolf: Die Tendenz, damit Geld zu verdienen, nimmt sicher zu. So genannte Themen- und Erlebnisparks schießen in allen europäischen Ländern aus dem Boden. „Reich werden mit Mittelalter“ ist angesagt! Der Vorwurf, wir würden einen Boom ausnutzen und ausbeuten, wird gemacht. Dabei gibt es uns so lange schon, da haben die meisten der Vorwürfler das Wort „Mittelalter“ noch gar nicht schreiben können.
Sicher gibt es auch immer noch Leute, die es zum Spaß machen.
Aber nur Spaß, das kann der Deutsche nicht! Die Nur-zum-Spaß-Leute sind allzu häufig nicht mehr am Mittelalter interessiert, so scheint es, weil sie am liebsten so genannte
Authentizitäts-Diskurse, am liebsten im Internet, führen. Diejenigen, die ihr Geld mit Mittelalter verdienen, scheinen aber ein so großes Interesse am eigentlichen Mittelalter
auch nicht zu haben, sonst wären Darstellung, Produkte und Aussagen etwas gehaltvoller. Viele der so genannten Aktiven können weder eine zeitliche, räumliche oder gar kunstgeschichtliche Eingliederung des Mittelalters vornehmen. Auch nur einen Autoren der Zeit zu nennen,
überfordert viele. Andererseits sucht und findet jede Tendenz ihre Gegentendenz. Viele, ja Ich erlaube mir zu sagen, unsagbar viele Leute, die sich heute mit Geschichte beruflich auseinandersetzen, sind geprägt und überzeugt worden durch die neue Sehnsucht nach dem Mittelalter seit der Mitte der 1980er Jahre.
Archäologen und Journalisten, Geschichtslehrer und Kultur- Marketing-Leute bezeugen häufig,
durch die großen Ausstellungen, die großen Jubiläen und Feste, die scheinbar unwissenschaftlich geschriebenen Historien-Schinken, zu der Überzeugung gekommen zu
sein, diesen Beruf zu ergreifen.

ef: Wächst die Szene quantitativ?

Wolf: Die Szene wächst vor allem quantitativ. Aber wer gehört da noch zur Szene? Die relativ wohl betuchten Leute unserer Gesellschaft, Anwälte, Wissenschaftler, Ingenieure etc. haben oft eine dermaßen a-ausgestattete Truhe, dass sie über die so genannten Mittelalter-
Marktler nicht nur lachen, sondern schon fast weinen. Andererseits nehmen sie sich und ihre Qualität so wichtig, dass sie dem Anspruch, der Vermittlung geschichtlicher Kenntnisse, nicht nachkommen können oder wollen, weil sie sich für Museen zu teuer machen.
Die Folge ist, dass die meisten von diesen A-lern, also Authentiklern, dann doch wieder zu Besuch auf Mittelaltermärkten landen. Die Parks, die in ihren Gründungs-Phasen
überall in Europa verhaften, sind auch nur scheinbar besser. Qualitätvolle Konzepte hingegen kommen nicht zum Zuge.

ef: Gibt es andere wichtige Veränderungen
in den letzten Jahren?

Wolf: Sicher! Die Szene wird internationaler.
Offene Grenzen nach Osten sorgten für rapide fallende Preise einerseits; offene Grenzen
nach Westen werden jetzt erst so langsam entdeckt. Die wenigen, die länderübergreifend agieren, werden widersprechen, aber im Grunde genommen findet eine wirkliche
Europäisierung in Sachen Geschichte noch gar nicht statt. Die Ansichten sind zu verschieden, die Entfernungen ob des Gewichtes der Ausrüstung sind dann auch noch zu groß. Der Konkurrenzdruck ist noch relativ neu: Plötzlich streiten sich mehrere Verlage um die noch
immer recht kleine Szene. Einerseits positiv, andererseits ein ruinöser Wettbewerb – wenn man nicht aufpasst.
Das Mittelalter sieht sich neuen Chancen und Gefahren gegenüber, wie sich vor 30 Jahren das
Schaustellergewerbe langsam an die Parks gewöhnen musste.
Mit Klagen versuchten sich Schaustellerverbände für den Jahrmarkt und gegen neue Parks Recht zu verschaffen.
Im Bereich Histotainment läuft dies etwas anders: Viele glauben zu erkennen, dass die Chance
im Besitz einer Burg, eines Hofes oder einer Wiese liegt, wo man ganzjährig „Mittelalter machen“ kann.

ef: Haben Sie selbst so etwas wie
ein Vorbild aus dem Mittelalter?

Wolf: Mit den Vorbildern ist das so eine Sache. Welches Vorbildes Geschichte war denn immer so astrein,
dass man sich damit identifizieren möchte?
Wir sind alle nicht nur schwarz oder weiß. Und die Altvorderen waren es auch nicht.
Eroberungen mögen mutig gewesen sein, brachten aber auch Leid. Egal ob es territoriale oder freiheitliche, religiöse oder wirtschaftliche Eroberungen waren. Ehrlichkeit spielt also
eine wesentliche Rolle. So habe Ich nie behauptet, ein Handwerker zu sein, auch wenn Ich die Dinge selber produziert habe. Als erster Darsteller im Mittelalterbetrieb Ich zusammen
mit meiner Frau neben dem Scriptorium ein Handelskontor, während alle anderen sich als Ritter
fühlten und mit Schwert rumliefen, auch wenn sie nur Handwerker oder Reisige, Hintersassen oder Leibeigene darstellten. Keine geschichtliche Person, sondern die fiktive Idee eines Handlungs- vielleicht eines Hanse-Reisenden kommt mir nahe.
Am liebsten verschwinde Ich in in diesem Mittelalter in nicht spielbare Rollen wie dem eines Navigators und Seekaufmanns – natürlich nur in meinen Träumen, beim Lesen, beim Schreiben.

ef: Mir scheint, dass das Mittelalter sowohl stark von der christlichen Religion geprägt ist als auch von heidnischen Bräuchen. Sind Sie selber Christ?

Wolf: Mit dem Christsein ist das genauso eine Sache, wie mit dem Demokrat sein. Ich glaube, wir leiden heute alle daran zu wissen, dass Christ sein nicht unsere Herkunft ist, dass unsere Herkunft aber auch nicht mehr abzusehen ist.
Mich irritieren gewisse christliche Riten ebenso wie gewisse heidnische. Weder will Ich irgend
jemandes Blut vergießen, noch kann wirklich jemand für mich sterben. Eine
Bekannte von mir reitet seit ihrer frühen Kindheit und sagt: Niemals würde Ich behaupten, reiten zu können! Insofern bin Ich Christ und Demokrat und werde beides doch nie sein. Wer
keine Zweifel hat, ist mir verdächtig. Nur mit meiner Dankbarkeit weiß Ich dann allzu oft nicht wohin.

ef: An wen oder was denken Sie spontan bei unserem eigentümlich freien Themenschwerpunkt „Freiheit im Mittelalter“?

Wolf: Heute denke Ich an Joß Fritz und seine Bestrebungen zur Freiheit, gestern hätte Ich an Huizinga und seinen „Herbst des Mittelalters“ gedacht, und vorgestern war es die „Freiheit
eines Christenmenschen“ Luthers, als Ich im Abitur stand. Unsereinem fallen nicht so große Worte ein, wie all denen im Zitatenlexikon unter dem Lexem Freiheit.
Und im Laufe des Lebens ändern sich solche Wortbestimmungen, egal ob die für Liebe
oder für Freiheit. Undenkbar diese Begriffe, ohne romantische Verklärung, so sehr wir auch für ein berechtigtes Interesse kämpfen. So viel Aspekte beinhaltet das Wort und so
unglaubliche Emotionen, die damit verbunden sind: Lieder, Bücher, Filme, Sozialisation. Freiheit – das Wort lässt vermutlich niemanden wirklich sofort Freiheit denken, sondern immer
Kategorien der Unfreiheit. Für mich zum Beispiel untrennbar verbunden
mit meinem unbändigen Wunsch, endlich erwachsen zu sein und somit endlich frei. Im Großen und Ganzen genieße Ich die Freiheit, die Ich habe. Und manchmal habe Ich die Freiheit
zu glauben, Ich scheiterte an gewissen Stellen durch die Beschränkung, durch die Unfreiheit, die mir andere auferlegten. So ging Ich lange Zeit davon aus, dass Kohl und seine Politik
mir meine Laufbahn vermasselten, weil Ich immer arbeiten musste und kein ausreichendes BaföG bekam. Aus der Distanz traue Ich mich dann manchmal zu glauben, dass es nicht
die von Kohl mir vorenthaltene Freiheit war, sondern meine Unfreiheit, mehr aus mir und der Zeit herauszuholen.
Und wenn keiner zuhört, und wenn Ich mich nicht beweisen muss, dann traue Ich mich auch zu denken, dass Freiheit doch immer da ist. Wer hindert mich denn zu denken und zu tun, was Ich will? Doch immer wieder nur Ich! „Die Gedanken sind frei“, dieses Lied und zahlreiche ähnliche waren mir immer wichtige Begleiter. Und meine Kinder kannten und konnten sie
schon lange vor den üblichen Kinderliedern. Ich lehrte sie so die Respektlosigkeit vor ihrem Vater: Niemand hindert euch, zu denken was ihr wollt.
Aber bedenkt die Freiheit des anderen, Eure Gedanken nicht hören zu müssen, wenn sie ihn beleidigen oder ihm weh tun. Und so sehr andere anderes heute träumen: nie war Ich in
meiner Kindheit so frei, wie Ich es heute bin. Kindsein und Freiheit, das wäre noch was...

......

ef: Ich danke Ihnen sehr herzlich für dieses Gespräch!